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Groundhopping in Südamerika

Copa Libertadores Finale – Vorschau

Gucken, aber nicht anfassen, hieß es lange Zeit für die Mannschaften aus dem Westen Südamerikas, wenn es um die begehrte Copa Libertadores de América ging. Erst nach 39 Austragungen gelang es einer Mannschaft vom Pazifik diese Trophäe zu gewinnen. Es war im Jahre 1989 als Atlético Nacional aus Medellin (Kolumbien) sich im Finale gegen den Club Olimpia aus Paraguay durchsetzen konnte. „Copa Libertadores Finale – Vorschau“ weiterlesen

Fuerza Amarilla – LDU Quito 1:0, Estadio 9 de Mayo

Nachdem ich mich nach einigen Vorkommnissen gegen Ende der vergangenen Saison, die in einer blutleeren Vorstellung im Finale gegen Emelec gipfelten, dazu entschlossen habe, einen großen Bogen um Ligas Heimspiele zu machen, war das Auswärtsspiel beim Aufsteiger aus Machala mein erstes Saisonspiel live im Stadion. „Fuerza Amarilla – LDU Quito 1:0, Estadio 9 de Mayo“ weiterlesen

Universidad de Chile – Colo Colo, 0:0, Estadio Nacional

Nach dem der Länderpunkt mit dem Spiel Palestino – Universidad Catolica am Vortag schon erfolgreich eingefahren wurde, stand dann am Sonntag an gleicher Stelle im Estadio Nacional mit dem Superclasico das Highlight der Tour an. Dieses Spiel war bei der Flugbuchung gar nicht vorgesehen, wurde mir vom Verband aber „geschenkt“. Eigentlich sollte das wichtigste Derby Chiles erst im April gespielt werden. Am angedachten Wochenende spielt Coldplay jedoch in der großen Schüssel, so dass schnell ein neuer Termin gefunden werden musste. Sollte mir recht sein. „Universidad de Chile – Colo Colo, 0:0, Estadio Nacional“ weiterlesen

Länderpunkt Chile: CD Palestino – Universidad Católica, 0:1, Estadio Nacional

Frei nach Harald Juhnke: Meine Definition von Glück? Ein neuer Länderpunkt und leicht einen sitzen haben. So traf es sich auch ganz gut, dass Sebas, einer meiner Stadionfreunde aus Ecuador und gerade auf Südamerikareise, mich gegen 11 Uhr am Morgen im Hostel besuchen kam. Nachdem die Flasche Pisco mit Ginger Ale geleert wurde, war ich dem persönlichen Glück schon ein bisschen näher, fehlte also nur noch der Ballsport… „Länderpunkt Chile: CD Palestino – Universidad Católica, 0:1, Estadio Nacional“ weiterlesen

Deutschland und Dänemark 2015

Nach langer, langer Zeit gibt es mal wieder einen guten Grund einen kleinen Bericht zu verfassen. Nachdem sich die Osterzeit im letzten Jahr schon als hervorragende Reisezeit erwiesen hat, wurden eben jene zwei Wochen Anfang April wieder für einen Besuch des alten Kontinentes auserkoren.

Wie gewohnt ging die Reise von Quito über Atlanta nach Amsterdam. Flug 1 wurde überwiegend schlafend und Flug 2 Bier trinkend verbracht. Am 29.03. landete ich dann pünktlich in der niederländischen Provinz, von wo aus mich die Reise direkt auf die schönste Insel der Welt führte. Die ersten Tage meiner Reise wurden, für alle Berufshopper wohl unvorstellbarerweise, mit der Familie verbracht.

Nach 5 erholsamen Tagen und einem gepflegten Suff am Donnerstag Abend ging es mit ordentlicher Verspätung am Freitag zu den Großeltern ins Emsland. Eigentlich sollte es von dort aus mit Daniel, Eska und einigen weiteren Jungs zum Länderpunkt Niederlande gehen. Aber in Emmen musste man leider auf uns verzichten, da unser Fahrer familienbedingt ausfiel. Aber auch gut, dann halt bei Omi gepennt und am Samstag früh von Meppen nach Leverkusen geballert, um dort den Bayer gegen die Trümmertruppe aus Hamburg zu sehen.

Auf dem letzten Stück zwischen Düsseldorf und der Farbenstadt kam ich noch mit zwei ganz netten Aachenern zusammen, mit denen sich über die Welt zwischen Champions League und Mittelrheinpokal unterhalten wurde. In Lev führte der Weg dann direkt zum Eck, wo der Koffer abgestellt wurde, damit die Hände frei waren für Kölsch und Bratwurst vom Grill. Mein Leben in Ecuador ist schon so ziemlich geil, aber diese Momente am Eck zeigen mir immer wieder, was ich dafür aufgegeben habe. Frisch gezapftes Bier ist ein Luxusgut auf das ich hier leider verzichten muss.

Nach und nach trafen dann auch fast alle bekannten Geischter ein, so dass es an Anekdoten, Geschichten und vollen Bechern nie fehlte. Die Zeit verging rasend und irgendwann war es dann endlich Zeit, das Haberland-Stadion zu betreten.

Aus der Kurve wurde ein ungefährdeter Heimsieg gegen den künftigen Zweitligisten aus der Hansestadt gesehen. Schon beeindruckend, wie schlecht Profis Fußball spielen können. Nicht einmal kamen die Norddeutschen gefährlich in unsere Hälfte.

Stimmung war von unserer Seite sicher ncht herausragend. Die Pöbeleien gegenüber unserer Nummer 10 wurden mit passenden „Ohne Hakan wärt ihr gar nicht hier“-Gesängen beantwortet. Bleibt noch festzuhalten, dass ich wohl noch nie so oft hören durfte, dass ich auf Schwänze und nicht auf Busen stehen würde. Aber gut, übermäßiger Holsten-Konsum führt wohl zu dieser enormen Kreativität…

Nach dem Spiel ging es mit Eska zu Ulli nach Mettman, wo wir uns kurz auf´s Ohr hauen konnten. Irgendwann zu unchristlicher Zeit am Morgen klingelte der Wecker, denn die inzwischen auch schon traditionelle Tour in den Norden Europas sollte beginnen. Am Vortag hatten wir uns noch mit einer Palette Reisdorf eingedeckt, wir waren also gut vorbereitet für die Tour nach Dänemark.

Ulli ließ es sich nicht nehmen und kutschierte uns glücklich in aller Herrgottsfrühe nach Düsseldorf. Mit dem IC ging es dann weiter bis Niebüll und von dort weiter nach Esbjerg, aber leider lief mal wieder nicht alles nach Plan. Im Endeffekt erreichten wir Niebüll mit 60 Minuten Verspätung, die sich am Ende auf 2 Stunden Verspätung in Esbjerg summierten. Aber die Fahrt war ganz nett. Die Bahn sorgte mit ihren Durchsagen für einiges Gelächter, als sie aus Signalstörungen „signalic problems“ machte oder uns darauf hinwies, dass man das Entgegenkommen eines entgegenkommendes Zuges abwarten müsse… Hinzu kam eine Mitreisende, die den kompletten Zug eine halbe Stunde darüber informierte, dass Stefan keine Eier haben wollte. Hat er extra gesagt. Nun ja…

Gut, irgendwann kam man dann in Esbjerg an, aufgrund der Verspätung musste die Stadtbesichtigung leider stark verkürzt werden, denn für den Abend stand das Spiel des Heimischen Esbjerg fB gegen den Tabellenführer Midtjylland an. Tickets gab es direkt am Stadion zu 120 dänischen Kronen für den Hintertorbereich, wo man sich zwischen Stehplatz im Unterrang oder Sitzer im Oberrang frei entscheiden konnte.

Nachdem wir unsere Karten hatten, tranken wir noch 2 Bierchen auf einer kurzen Runde durch den direkt am Stadion liegenden Park, ehe wir die „Blue Water Arena“ betraten.

Das Stadion ist nichts besonderes und wirkt von Außen wie ein Parkhaus und auch von Innen reißt es sicher keinen vom Hocker. 18.000 Sitzplätze verteilen sich auf 4 Tribünen mit geschlossenen Ecken, wobei der Oberrang ungefhr doppelt so groß ist, wie der untere Bereich. Auf der Haupttribüne wurde auf den Oberrang zu Gunsten einer Logenfront verzichtet. Blaue Sitze machen das Stadion für Dortmunder Hopper fast unmachbar. In den Ecken stehen noch 4 nette Flutlichtmasten und in 2 Ecken sind kleine Anzeigetafel angebracht. Die Gäste waren in der dem Heimblock gegenüberliegenden Ecke untergebracht, die sie auch wider Erwarten füllten. Zum Einlauf der Mannschaften wurden hier noch 2 verloren wirkende Blinker gezündet, auf Heimseite war man mehr damit beschäftigt, den Cheerleadern zuzusehen…

Ingesamt verliefen sich trotz der Kälte am Ende rund 7.800 Leute in das Stadion, dei für ihren Besuch mit 6 Toren belohnt werden sollten.

Midtjyalland hatte das Spiel ganz gut im Griff.  Gleich drei Nigerianer machten ordentlich Dampf und vorne verarbeitete ein Österreicher (Martin Pusic) gleich 2 Hereingaben zur verdienten 2:0 Halbzeitführung der Gäste. Mitte der 2. Halbzeit sagte ich noch zu Eska „ein Tor wäre noch ganz nett“. Eigentlich rechnete ich damit, dass die Gäste noch einen Konter zur Entscheidung nutzen würden, aber es kam anders.

Esbjerg kam zurück. Und wie. Glücklicher Anschlusstreffer in der 72., Ausgleich in der 76. und um das Sektakel komplett zumachen gingen sie 2 Minuten später mit 3:2 in Führung. Und das gegen den unangefochtenen Tabellenführer. Inzwischen kam auch von Heimseite mal Stimmung auf, insgesamt war der Gästeanhang für mich aber besser.

Als man sich schon auf den überraschenden Heimsieg eingestellt hatte, pennte die Abwehr noch einmal und Pusic netzte in der Nachspielzeit zum 3. Mal und rettete seiner Mannschaft immerhin einen Punkt.

Nach dem Spiel ging es schnelle Schrittes zurück zum Bahnhof, wo das Gepäck aus dem Schließfach befreit wurde. Mit einigen Umstiegen und SEV mitten in der Nacht ging es relativ unkompliziert nach Kopenhagen. Das von eska im vorraus gebuchte „urban house“ Hostel in unmittelbarer Bahnhofsnähe wurde auch schnell gefunden. Eigentlich wollte man jetzt endlich mal erholsam ratzen, aber mal wieder hielt das Schicksal eine Überraschung bereit und führte uns mit dem internationalen Schnarchmeister aller Klasse zusammen, der meinen Schlaf um mindestens 2 Stunden verkürzte und mich auch am kommenden Morgen ziemlich früh aufwachen ließ.

Für den Ostermontag hatten wir uns vorgenommen der kleinen Meerjungfrau einen Besuch abzustatten, aber irgendwie ließ sich die gute Dame nicht auffinden. Aber auch ohne sie, wurden ein paar nette Fotos gemacht. Kopenhagen ist schon eine nette Stadt!

Danach folgte das Kostrastprogramm in Christiania, einem quasi autonomen Stadtteil, mit seinen eigenen Regeln. Als „grüne Zone“ der Stadt floriert hier der Drogenhandel, der ebenso wie der Konsum offen auf der Straße stattfindet. Hier konnte man noch eine leckere Kanne trinken und dann in den Vorort Bröndby aufbrechen. Heute war Derbytag!

Bröndby IF gegen den FC Kopenhagen. 0-1 Ex-Kölner. Also 1-0 Symphatiepunkte für Brönby.

Dieses Spiel hat uns in der Vergangenheit schon einige richtig geile Choreos und Pyro-Aktionen beschert, also waren a) die Erwartungen nicht gerade gering und b) die Anzahl deutscher Hopper auch auf einem bemerkenswerten Niveau.

Von der Station Bröndbyöster ging es per pedes zum Stadion, wo schon lange Schlangen zu sehen waren. Man merkte schon, dass das heutige Spiel ein anderer Schnack sein würde, als in Esbjerg.

Das Bröndby-Stadion gefiel mir auch ganz gut. Ein kleines, enges Ding, das für dieses Spiel wohl gerade die richtige Größe hat. Das statt 26.000 dieses Mal nur 22.000 Fans im Stadion waren, lässt sich auf die Sperre des Oberrangs über der Gästekurve erklären. Ansonsten war das Ding eigentlich voll.

Von unseren Plätzen im Oberrang der Gegengerade hatte man einen guten Blick auf das Geschehen auf dem nicht mehr wirlich grünen Rasen und auch auf beide Kurven. Tickets kosteten pro Nase übrigens entspannte 150 Kronen.

Schon vor dem Spiel war auf beiden Seiten hinter den Toren einiges los. Beide Kurven sangen sich munter warm und auch die ersten pyrotechnischen Erzeugnisse wurden eingesetzt. Als es dann endlich losging und die Spieler beider Mannschaften das Feld betraten, erstreckte sich auf Heimseiten eine Choreo mit dem Abbild des heimischen Stadions über dem Block. Flankiert wurde die Blockfahne von gelben und blauen Fahnen, sowie zahlreichen Bengalos auf beiden Seiten im Unterrang. Schon mal ganz geil. Die weißen Gäste warteten mit einer Fahnenchoreo auf, dazu lass man die Buchstaben „S E J R“ mit Spielerabbildungen. Über jedem Buchstaben wurden dann noch jeweils 2 Bengalos gezündet.

Zum Spiel will ich nicht viele Worte verlieren, das war von beiden Seiten große Scheiße und so endete das Spiel auch leider torlos 0-0.

Erwähnenswert war dann neben dem lauten Dauersupport beider Seiten noch die jeweiligen Choreos zur 2. Halbzeit. Bröndby jetzt mit einer blau-gelb gestreiften Fahne über der gesamten Tribüne und einer anschließenden Wurfrollenaktion und der FCK mit massivem Pyroeinsatz und dem Banner „Forza FC Köbenhavn“. Hier ging der Punkt definitiv an die Gäste. Und den Seitenhieb Richtung DFB spare ich mir an dieser Stelle.

Nach Spielschluss ließen sich einige FCK Anhänger von Jungs auf der Gegengeraden provozieren und wurden beim Versuch rüberzugehen, von den Cops eingefangen. Für mich bemerkenswert war, dass das Spiel komplett ohne Zäune ausgetragen wurde.

Per Bahn ging es nach dem Spiel wieder zurück nach Kopenhagen, wo wir uns nach einem guten Abendmahl noch 2 Kannen gönnten, ich mit der Verlobten in Ecuador skypte und dann wieder das Schnarchkonzert aus der ersten Reihe verfolgen durfte.

Am Dienstag stand schon leider wieder die Rückreise an. Für eska ging es zurück ins Schwabenland und ich flog per AirBerlin nach Düsseldorf. Das Rheinland hatte mich wieder…

Von Düsseldorf fuhr ich in die Domstadt, dort wurden ein paar Fotos von der komischen Kirche geschossen und ein paar erste Kölsch getrunken, ehe mich Chris einsammelte. Auch für heute war wieder ein Spiel geplant. Vom Hbf fuhren wir in die Südstadion zum Südstadion. Fuhren wir zum Derby… Fortuna Köln gegen Viktoria Köln. Halbfinale Mittelrheinpokal.

Für 10€ ging es auf den Stehplatz der Gegengerade, hier war eine Choreo zu Ehren des verstorben Präsidenten geplant, die aber leider mehr recht als schlecht umgesetz wurde. Auf der Haupttribüne gab es noch eine kleine Choreo. Unter rot-weißen Pappen stand schlicht und einfach „Derbytime“. Im Gästeblock haben sich rund 20 der pi mal Daumen 100 Viktoria-Fans hinter einem Banner versammelt und gegen die Fortuna gepöbelt.

Spielerisch ließen beide Manschaften das gute Niveau oftmals vermissen. Die Fortuna drückte, Viktoria wartete ab. Mit der Zeit konnte man beobachten, wie die Fortuna die Nerven verlor. Schon nach rund 25 Minuten hatten sich einige Spieler gut auf den Schiri und Gott und die Welt eingeschossen und der Kapitän schimpfte ununterbrochen vor sich hin. Tore geschossen hat aber nur Viktoria. Nach einem Kontor und einem Freistoß führte der Viertligist 2:0, was zu netten Pöbeleien zur Halbzeit führte.

In der Halbzeit gingen an der Wurstbude schon die Brötchen aus und das bei nur 3.000 Zuschauern…

Nach der Halbzeit, wurde vor dem Spielertunnel auf der Rückseite der Tribüne noch ein Böllver gezündet und am Zaun gerüttelt. All das half den Fortunen aber auch nicht mehr. Das Spiel ging mit 2:0 für Viktoria zu Ende. Und das vllig verdient. Wer als Drittligist so wenig Ideen hat, so wenig spielerische Klasse hat, der hat das Finale auch nicht verdient. Dazu war auch die Stimmung auf Heimseite sehr enttäuschend. Die Viktoria-Fans feierten den Sieg durchgehend mit „scheiß auf 3. Liga, Relegation kann Jeder, Mittelrheinpokalsieger Viktoriiiiiiia“ Gesängen. Ohrwurm.

Am Mittwoch war dann wieder Fußball in der Farenstadt angesagt, ich könnte an dieser Stelle viel über das unglückliche Pokalaus schreiben, oder davon, wie unsere Vereinsführung immer neue Gräben zwischen Verein und Fans schafft oder davon, wie der Anhang aus München an die Wand gesungen wurde. Aber all das spare ich mir einfach auf. Jeder hat das Spiel gesehen. Und ja, Elfmeterschießen sind scheiße!

Für den Donnerstag gönnte ich mir eine große Portion Ruhrgebiet. Currywurst Pommes zum Frühstück, Tour durch Bochums Schrebergärten und später noch durch die Essener Innenstadt, ehe es dann am Abend Zeit wurde, ganz große Fußballkunst zu bewundern: Kreispokal Mülheim zwischen dem TSV Heimaterde und Glück Auf Möllen auf Asche. Das war mal eine nette Abwechslung. Leckere Currywurst, Bier aus der Pilstulpe und markige Sprüche unter „Fans“ und Spielern. Die Spieler der Heimelf hatten gar keinen Bock auf das Spiel gegen die klassenhöheren Gäste. Als ein Spieler sah, dass die Jungs aus Möllen sich sogar richtig aufwärmten, meinte er nur: „ Die nehmen das ja wirklich ernst!“

Das Spiel wurde dann mit Daniel, seiner Frau und ihrem Hund geschaut. Es roch kurz nach Pokalsensation als Heimaterde nach einem schönen Schuss in den Winkel führte, aber die Gäste glichen bald danach aus und gewannen am Ende doch noch verdient mit 2:1.

Nach dem Spiel wurde noch gut zwischen beiden Mannschaften gepöbelt, ich verabschiedete mich von Daniel und Familie und fuhr zurück nach Bochum. TSV Heimaterde: Hier is Kult!

Da mein netter Gastgeber Chris am Freitag nach Berlin aufbrach, fuhr ich für die letzte Nacht in Deutschland nach Bremen, wo ich nochmal einen Teil meiner Familie besuchen wollte. Im IC kam ich noch mit ner jungen Frau, die gerade aus Nepal zurückkam, ins Gespräch, so verlief die Zeit zwischen Ruhr und Weser relativ schnell.

Nach dem letzten Familientag machte ich mich am Samstag unter freundlicher Hilfe der DB auf den Weg nach Mainz, wo es zum Abschluss noch ein letztes Mal zum Bayer ging. Auf dem Weg gönnte ich mir ein paar Pils, hörte der Doppekopf-Runde am 4-er neben mir zu, wie sie über Ecuadors Grafitiszene schnackten und war dann recht zeitlich in Mainz. Koffer eingeschlossen und dann per Pendelbus ins Niemandsland der rheinland-pfälzischen Provinz, wo der Witzverein inzwischen seine Heimspiele in der Coface Arena austrägt.

Im Gästeblock gab es eigentlich nur ein Thema: Emir Spahics Schlägerei. Meiner Meinung nach ist der Typ zurecht geflogen. Nur weil man in Bayern auch bei Sex mit Minderjährigen und Steuerhinterziehung mal ein Auge zudrückt oder in Dortmund Fahren ohne Führerschein an der Tagesordnung zu stehen scheint, müssen wir nocht auch noch einen Straftäter schützen. So sehr ich Spaha als Spieler schätze, so sehr war die Aktion fürn Arsch!

Jetzt aber zum Spiel: Bayer kontrollierte das Spiel, ohne dabei aber wirklich gefährlich vor das Mainzer Tor zu kommen. Und als wir dann mal wirklich gefährlich wurden, klingelte es auch schon durch Son. In der 2. Halbzeit legten Hakan „ Alles unter 20m Entfernung ist langweilig“ Calhanoglu und Kies noch nach. Nach einem halbwegs vertretbaren und einem geschenkten Elfmeter kamen die Mainzer noch mal auf 2:3 heran, konnten glücklicherweise aber nicht mehr ausgleichen.

Die Stimmung bei uns im Gästeblock war während des gesamten Spiels okay, Bäume haben wir dieses Mal aber sicher nicht ausgerissen. Zum Mainzer Publikum fehlen mir immernoch die Worte. Aus der Kurve kam kaum etwas, die Choreo war auch eher so mittelgut und dazu die unfassbaren Klatschpappen, die alles übertönten. Ist das immer so?

Nach dem Spiel füllte ich meine Biervorräte auf und machte mich auf den Weg nach Amsterdam. Nach sechsmaligem! Umsteigen erreicht eich Shiphol unversehrt. Über Detroit und Altanta, wo ich mir nach alter Tradition noch 2 Sam Adams gönnte, landete ich gegen 23 Uhr am Sonntag in Quito, wo mich Lorena und ihr Dad in Empfang nahmen.

2016 komme ich wieder!

El Salvador November 2014 – Laenderpunkt 33

Am Freitag Abend ging es mit Avianca von Quito ueber Bogota und Cali in Kolumbien nach San Salvador in El Salvador, wo der inzwischen immerhin schon 33. Laenderpunkt fallen sollte. Die Fluege veriefen soweit ganz gemuetlich und auch die  2 Stunden Verspaetung in Bogota waren fuer mich in Ordnung, da ich spaeter eh 6 Stunden in Calis Dorf-Flughafen verbringen musste. Hier gingen mit die Bullen bei der Ausreise ziemlich auf die Eier. Erst durfte ich sinnlose Fragen beantworten und meinen Pass abgeben, dann wurde nach dem obligatorischen Scan nochmal alles aus dem Rucksack rausgeholt und Frau Wichtig fummelte in meinen Schlueppis herum. Danach wurde ich noch 2 zu zwei Roentgenkontrollen eingeladen. Einen Abzug der Bilder habe ich leider nicht bekommen. Zum Glueck hatte ich ausnahmsweise mal kein Koks im Hintern versteckt und war dann mit den Kontrollen fertigen.

Am Samstag Morgen war ich zwar leicht kaputt, aber endlich im kleinsten Staat Mittelamerikas angekommen. Die Migration lief auch recht zuegig und aus irgeneinem Grund (wahrscheinlich weil ich in Ecuador lebe) musste ich auch keine 10 Mark fuer die Touristenkarte zahlen. Da El Salvador wie auch Ecuador den US-Dollar als Zahlungsmittel nutzt, konnte ich mir die Suche nach einem Geldautomaten sparen und gleich per Taxi zum Busterminal durchstarten. Die Fahrt zum Terminal de Oeste kostete mich 25 USD. Da der Flughafen ziemlich weit ausserhalb der Hauptstadt liegt, klang das fuer mich halbwegs fair. San Salvador hat 3 Busbahnhoefe. Je einen fuer den Westen, Osten und Sueden des Landes. Also immer daruaf aufpassen, dass man auch am richtigen Terminal ist. Am Terminal angekommen stieg ich schnell in den Bus nach Santa Ana um, die Fahrt dauerte rund 1,5 Stunden und kostete auch nur 1,75USD, wenn ich mich richtig erinner. Auf jeden Fall bezahlbar.

Im Taxi und auch spaeter im Bus merkte man schon, dass Mittelamerika selbst Ecuador noch einige Jahre hinterherhinkt. Pferdegespanne  und richtig abgewrackte Autos und Busse auf den Fahrbahnen und am Rand teilweise abenteuerliche Unterkuenfte. Aber die Landschaft erwies sich schon jetzt als Knaller.

In Santa Ana angekommen, war ich erst einmal verloren. Aber so richtig verloren. Ich hatte mir zwar schon am Vortag ein Hostel gebucht, aber die Stadt war ein reines Chaos und Strassenschilder waren auch Mangelware. Nach einem bisschem herumirren und –fragen fand ich endlich einen faehigen Taxifahrer, der ich zum “Casa verde” oder auch Green House Hostel kutschierte. Hier legte ich im Dorm erstmal die Fuesse hoch, erledigte die ersten Einkaeufe und machte den Bierlaenderpunkt mit einer grossen Rutsche “Pilsener”.

Am Nachmittag haute ich ich noch ein bisschen an den Pool und spaeter wurde die Altstadt erkundet. Viel war hier nicht los, aber die Kathedrale und der zentrale Platz sind ganz ansehnlich. Allgemein ist Santa Ana fue rmich meh rein grosser Marktplatz al seine Stadt. Ueberall wird alles moegliche und Unmoegliche verkauft. Sehr geschaeftstuechtig die Salvadorianer, aber teilweise nervt es auch. Vorallem da die ganzen Haendler der kleineren Laeden ihre Angebote per Mikofon herausbruellen oder Reggaeton auf hoechster Lautstaerke spielen…

Spaeter haute ich mir in einem kleinen Restaurant noch ein leckeres landestypisches Mahl in die Figur, hier gab es auch die allgegenwaertigen Papusas, die mich aber nicht ueberzeugen konnten. Zu meinem Gluekc hatte der Kelner ein Trikot von “FAS”, dem lokalen Verein, an und so verwickelte ich ihn fuer eine halbe Stunde in ein Fachgespraech ueber den dortigen Fussball. Ich verabschiedete mich, trank noch ein paar Bierchen im Hostel und dann machte ich mich auf zum “Estadio Quiteno”, wo eben jener CD FAS heute zum “Clasico Nacional” gegen CD Aguila antreten sollte. Das Spiel zwischen dem Rekordmeister aus Santa Ana und den Adlern aus San Miguel ist das wichtigste Spiel des salvadorianischen Fussballs.

Schon vor dem Anstoss sammelte das Land bei mir einige Symphatiepunkte, denn es wurde vor’m Stadion Bier ausgeschenkt und ich kam mit ein paar interessanten Gestalten in’s Gespraech und goennte mir fuer 35USd auch noch ein Trikot fuer meine Sammlung.

Das Ticket fuer die Haupttribuene kostete mich schlanke 10USD. Das Stadion fasst laut Wikipedia 17.500 Zuschauer, annaehernd so viele sollten sich dann auch spaeter auf den in den Vereinsfarben blau und rot gehaltenen Raengen einfinden, fuer eine gute Kulisse war also gesorgt. Links der Haupttribuene, die as einzige ueberdacht und zweistoeckig ist, war der Gaesteblock, wo auch schon viele Menschen in Orange standen. Die Barra “Turba roja” hatte die Gegengerade fuer sich, wo sie eher suedamerikanisch beflaggten und auch schon einiges an Alarm machten. Auch die Rhythmen der Gesaenge erinnerten mich eher an Argentinien als an die anderen Laender Mittelamerikas, die ich bisher besucht habe.
Zum Einlauf gab es ein vom Verein organisiertes Feuerwerk ausserhalb der Stadionmauern, richtig gut.

Ich kam kurz vor Anstoss noch mit einer fuenfkoepfigen Gruppe junger Maennder zusammen, die ich bat, ein schnelles Foto zu machen. Wir verquatschten uns und so schaute ich den Kick zu meinem neunen Laenderpunkt mit den Jungs, die alle andere Vereine unterstuetzten. Fuer BIernachschub wurde zu meiner Freude auch immer wieder gesorgt, so dass mich das eher maessige Spielniveau nicht wirklich stoerte.

Beide Mannschaften bemuehten sich auf dem Acker ein halbwegs ansehnliches Spiel abzuliefern, dass gelang aber eher selten. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel ein wenig offensive, wobei sich FAS dem gegnerischen Tor immer weiter annaehrte bis es schlussendlich per Kopfball klingelte. Ein Distanzschuss Marke “Kannste auch mal halten” sorgte fuer den Endstand. Alles in allem gewann FAS souveraen und verdient, womit sie ihre Hoffnungen auf den Titelgewinn am Leben hielten. Die Top 4 qualifizieren sich fuer die Halbfinals, FAS ist aktuell auf dem dirtten Rang und waere somit qualifiziert. Aguila als Fuenfter hat auch noch berechtigtete Hoffnungen.

Nach Ende des Spiels tauschte ich noch facebook-Namen mit den Jungs aus, die fuer den kommenden Sonntag auch das gleiche Spiel wie ich schauen wollten und verabschiedete mich dann. Per Bus ging es zuruekc zum Hostel, wo ich mit dem Besitzer und seinen Freunden och 3 Bier nahm, ehe mich die Muedigkeit packte und ich mich ins Bett begab.

Am Sonntag brachte mich der Besitzer des Hostels mich noch zur Bushaltestelle, wo ich den Bus zurueck nach San Salvador nehmen wollte. Hier verlor ich dann mein Handy, weshalb es auch keine Fotos mehr gibt. Abgesehen von dieser “kleinen” Stoerung im Betriebsablauf kam ich heile in der Hauptstadt an, wo ich mich fuer 2 Naechte im Hostel “La Almohada” eingebucht habe. Das Hostel ist nicht unbedingt der Renner, erfuellt aber seinen Zweck und war mit 10USD pro Nacht auch guenstig. Das Hostel lag eher ausserhalb der touristischen Gebiete um die “zona rosa”, aber in Naehe eines grossen Einkaufszentrums und in einer sicheren Ecke der Stadt. Dass Salvador nicht unbedingt, dass sicherste Pflaster ist, wurd emir schon beim ersten Spaziergang gewiss. Auf einer der Hauptstrassen stand ein PKW quer und Bullen einer Spezialeinheit untersuchten den Tatort. Am naechsten Morgen erfuhr ich in der Zeitung, dass der Fahre rund Beifahrer erschossen und ausgeruabt wurden…

Spaeter entkam ich einem Raub wohl auch nur um Haaresbreite. Ich spazierte dich ein weniger schoenes Viertel, wo ich Jemanden zu einem Anderen rufen hoerte “Ey, nicht die Frau beklauen, die kommt aus unserem Viertel!”. Ich nahm dann lieber die Beine in die Hand…

Auch sonst ist San Salvador (im Gegensatz zu El Salvador) eher mittelschoen. Aber 2 Tage kann man hier auch gut rumbringen.

Am Sonntagnachmittag goennte ich mir Spiel zwei der Reise im Nationalstadion. Hier im groessten Stadion Zentralamerikas und der Karibik stand heute ein Hauptstadtderby auf dem Plan: Alianza gegen Atletico Marte. Das Estadio Cuscatlan ist mit seinen kanpp 46.000 Plaetzen eine Augenweide.Die Hauptteibuene in blau, wahrend der Rest in rot und gelb gehalten ist, wird oben von 3 Reihen Logen und einem Dach abgeschlossen. Dazu ist das Stadion leicht asymetrisch. Hinter einem Tor stand auch noch eine kleine digitale Anzeigetafel, keine Selbstverstaendlichkeit in diesen Breiten. Eroeffnet wurde das Stadion 1976 uebrigens von meiner „Lieblingsmannschaft“ aus Dortmund und der salvadorianischen NAtionalmannschaft eroeffnet. Schlechtes Karma…

Bis zu diesem Punkt war also alles wunderbar und ich freute mich auf ein schoenes Derby. Doch statt Hertha-Union bekam ich eher ein Reinickendorfer Fuechse gegen Empor Berlin. Das Stadion war nur spaerlich gefuellt, Alianza war mit einer kleinen Barra von 300 Leuten auf der Gegengeraden vertreten, Marte  mit einigen Leuten am Rand der Haupttribuene. Aber nur Alianza sorgte auch fuer etwas Stimmung. Ich traf auf der Tribuene noch einen Marshmallow-Verkaeufer, der auch schon in Santa Ana herumlief und auf dessen Kosten wir dort ein wenig Spass hatten. Als Entschaedigung nahm ich ihm ein paar Marshmallows ab. Fuer Freude sorgte dann auch noch der Bierverkaeufer, der auf Rechnung trinken liess…

Das Spiel war dieses Mal etwas besser und auch torreicher. Alianza ging per Elfmeter in Fuehrung, die Marte noch kurz vor der Halbzeit ausgleichen konnte. In der 2. Halbzeit gab es dann das aehnliche Spiel nocheinmal. Alianza, die aktivere Mannschaft, ging wieder in Fuehrung, doch in dne letzten Spielminuten fingen sie sich nach einem Konter noch den Ausgleich. Mit dem Result bleiben beide Mannschaften im Keller der 10-er Liga stecken.

In den Tagen danach schaute ich mir noch ein bisschen die Hauptstadt an und da das Hostel ueber einen PC verfuegte, konnte ich mir am Dienstag kurz vor meiner Abfahrt an den Strand sogar noch unseren unerwarteten Sieg in St. Petersburg ansehen. Per Bus ging es ueber Puerto de la Libertad nach Tunco. Hier blieb ich fuer vier Naechte im Hostel “La Guitarra”, goennte mir ein bisschen Erholung, Surfen an einem der besten Straende und ein wenig Party, ehe ich am Sonntag wieder nach Ecuador flog, wo mich meine Freundin um 1 Uhr morgens am Flughafen in Empfang nahm.

El Salvador ist ein super Land und gleucklicherweise noch nicht so touristisch. Aufgrund der kleinen Groesse kommt man auch entspannt von A nach B. Wenn man sich nicht unbedingt laenger als noetig in den grossen Staedten aufhaelt und sich den ein oder anderen Strand goennt, hat man hier fuer kleines Geld einen schoenen Urlaub.

Video vom clasico nacional: https://www.youtube.com/watch?v=oVcxnjsEM8w

Sommerurlaub 2014 -Brasilien Teil 2

Paraty wurde mir in den Wochen vorher schon von so ziemlich jedem Backpacker an’s Herz gelegt. Die Stadt liegt schon im Bundesstaat Rio de Janeiro und bietet den ein oder anderen netten Strand.

Paraty war im Endeffekt nun nichts besonderes, man konnte zwar schoen am Strand liegen und auch die Altstadt mit ihren Bars war fuer das ein oder andere leckere Bierchen sicher nicht verkehrt, aber es war nicht der erhoffte Knaller… Ganz witzig war dann noch ein Paerchen mit geschaetzten 2 Weltkriegen Altersunterschied, die uns auf ein paar Caipis einluden. Angeblich war er Dolmetscher und probierte sein Englisch an uns aus. War aber eh so Kategorie “we have a little bit lucky”…

Das Hostel war aber ziemlich cool. Entspannte Argentinier, die den Schuppen schmeissen, dazu nette englische Gesellschaft und am Morgen ein Fruehstueck, dass dem aus Foz do Iguazu nur wenig nachstand.

Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen haben ging es per Direktbus ins Paradies alias Rio de Janeiro. Vorweg: Ich liebe diese Stadt!

In Rio kamen wir am Abend am Terminal an. Von dort ging es per Bus zu unserem Hostel im Stadtteil Botafogo. Das Hostel hatte zwar eine nette Lobby und Bar, die Dorms waren aber der letzte Dreck. Nachdem wir unsere Sachen verstaut und 2-3 Bier verdaut hatten, machten wir uns auf den Weg mal ein bisschen Partyluft zu schnuppern. Mit ein paar Leuten aus dem Hostel machten wir uns auf den Weg nach Lapa, Rios Partymeile. Dort wurden weitere Bierchen auf der Strasse verhaftet und die ersten Eindruecke gesammelt. Ich find’s hier richtig klasse. Bars, Kneipen und Discos aller Musikrichtungen und fliegende Haendler, die die Kanne Bier fuer halbwegs guenstiges Geld abgeben. Ich war also recht gluecklich… Spaeter zog es uns dann noch in einen Club, war dort aber eher mittelgut. Der Samstag sollte besser werden…

Da die U-Bahn in Rio noch frueher schliesst als in Sao Paulo mussten wir den Rueckweg per Bus antreten, aber als geuebter Navigator war auch dies kein Problem. Schon schwieiriger war es in’s Hochbett zu krabbeln, denn eine Leiter gab es nicht. Aber wie ich am naechsten Morgen feststellte, hat auch das geklappt.

Fuer den Samstag hatten wir uns eigentlich vorgenommen, auf den Corcovado zu gehen und jesus Guten Tag zu sagen. Leider war aber heute englisches Wetter angesagt und wir sparten uns den Besuch beim brasilianischen Weltwunder fuer einen sonnigeren Tag.

Wir entschlossen uns dann dazu den Strand zu besuchen. Aufgrund des Schietwetters war hier auch nicht viel los, aber immerhin konnten wir den ersten Eindruck von Copacabana einsammeln und ein bisschen footbolley sehen. Nicht schlecht, was die Jung shier drauf haben.

Als sich der Hunge rmeldete, fanden wire in nettes Restaurant mit Buffet, won ach Gewicht bezahlt wurde. Reis und Bohnen sparten wir uns. Am Ende gab es fuer jeden rund 700g Fleisch fuer eine schmale Mark. Hier sollten wir die naechsten Tage immer essen.

Am Nachmittag tranken wir noch ein paar Bier mit den Leuten aus dem Hostel. Die wollten auch zum heutigen Spiel zwischen Fluminense und Curitib ins Maracana. Aber da ich nicht viel Lust auf Fussball mit Touris hatte und auch nicht 120 Reais fuer die Toru zahlten wollte, ueberredete ich Russ und wir fuhren alleine zum Stadion.

Dank U-Bahn kommt man zum Fussballtempel einfach und auch recht zuegig. Da die Bahnen schon in rot-gruen getaucht waren, war es auch ein leichtes den richtigen Weg zu finden. Am Ausgang der Metrostation waren noch ein paar Bier zu ergattern, rund um das Stadion war dies nicht mehr der Fall. In Rio geht es wohl strikter zu als in Sao Paulo. Tickets holten wir uns zu guenstigen 20 Reais, landeten dafuer aber auch in der Kurve. Da ich unbedingt ein Foto mit dem Liga-Trikot in unserem  zweiten Zuhause haben wollte, war das nicht unbedingt so gut. Aber ich hatte noch einen Pullover dabei…

Die Torcida von Flu veteilte sich auf die beiden Eckbloecke, so dass es bei uns direkt hinter’m Tor recht ruhig war. Nachdem ich mein Foto machen konnte (Liga hat ausgerechnet gegen Fluminense 2008 die Libertadores und 2009 die Sudamericana gewonnen und so das Maracana zu unserem Stadion gemacht), habe ich mir aber dennoch schnell wieder den Pulli uebergezogen. Fluminense war auf beiden Seiten mit einigen Fahnen vertreten und machte stimmungsmaessig auch einen akzeptablen Eindruck ohne dabei aber das ganz grosse Kino zu bieten. Curitiba war in der gegenueberliegenden Eck emit vielleicht 50 Mann vertreten, die zu keinem Zeitpunkt vernommen werden konnten.

Das Spiel war ganz nett, Flu machte das Spiel und konnte nach 25 Minuten per Kopfball zum 1:0 treffen, worauf Curitiba die Bemuehungen etwas intensivierte, ein Punkte wollten sie doch gerne mitnehmen. Erst hatten sie einen Lattentreffer in der 2. Halbzeit und dann trafen sie mit dem wohl schoensten Tor der Tour zum Ausgleich. Germano nahm sich aus 22 Metern mal ein, Herz und haute den Ball per Volley in den Knick. Kannste mal machen… Danach passierte nicht mehr viel. 0:0, 1:1, 0:1, 1:0, 1:1 richtig torreiche Spiele hier in Brasilien. Haette ich das Maracana am naecshten Tag mit Flamengo gemacht, haette ich fast 20.000 Zuschauer mehr gehabt, aber dafuer auch nur ein 1:0 gesehen…

Uber die Nacht nach dem Spiel will ich gar nicht allzu viele Worte verlieren, da ich das meiste auch nur aus Erinnerungen weiss. Waren wieder in Lapa, haben 1-16 Bier getrunken und waren dann in einer kleinen Samba-Disco, wo ich als erfahrener Taenzer erstmal ein Dance-off mit 2 Brasilianern gestartet und gewonnen habe. Das werde ich noch meinen Enkeln erzaehlen. Naja, am naechsten Morgen habe ich es dann gegen halb 10 auch endlich zurueck zum Hostel geschafft.

Fuer den folgenden Tag stand erstmal ein Umzug an. Raus aus der winzigen Bude (Harry Potter hatte unter der Treppe ein bequemeres Leben) und rein in ein nettes Hostel in Copacabana.

Spaeter wurde dann erstmal an der Copacabana entspannt, mit einigen Brasilianern habe ich dann nochmal mein footvolley-Talent entrostet und spaeter wurde wieder in unserem Stammlokal gegessen. So verging der Sonntag. Abends im Hostel haben wir dann noch ein wenig Karten gedrescht, wobei eine Franzoesin Russ immer naeher kam. Fand ihr Freund, der daneben sass nicht so toll…

Spaeter wollten ein paar Leute noch zu einer favela-Party, aber dieses Armut begaffen Programm ist nicht unbedingt meins. Wir wollten dann mit den Franzosen noch weg, die sich kurz verabschiedeten… Wir warteten und warteten, aber sie kamen nicht wieder. Am naechsten Tag stellte sich heraus, dass sie mal eben Schluss gemacht haben. Weltklasse😀

Wir nahmen noch ein schnelles Bier in Lapa und das war’s auch. Sonntags ist selbst Rio mehr oder weniger tod…

Am Montag holten wir dann den Besuch bei Gottes Sohn auf Erden nach. Per Bus ging es zur Talstation des Corcovado-Zugs, da trafen wir wieder auf die Franzoesin (alleine), holten unser Ticket zu 50 reais fuer den Zug und warteten auf die Abfahrt. Oben angekommen war es natuerlich ziemlich voll, aber doch nocht ganz so schrecklich, wie ich es erwartet habe. Man konnte einen schoenen Blick ueber Rio erhaschen, ein paar Affen sehen und sich halt die Statue ansehen. Spaeter tranken wir noch ein Bierchen auf uns und die Welt, ehe es auf dem gleichen Weg wieder nach unten ging. Vom Corcovado fuhren wir direkt durch zum Strand, heute war Ipanema angesagt. Als wir ankamen war es schon recht spaet, aber der Sonnenuntergang hier ist echt nicht schlecht. Schoen, dass ich im Dezember wieder hier sein werde J

Am Strand sass eine Familie neben uns. 2 junge Eltern mit ihrem Kleinkind. Irgendwann war das Kind ploetzlich alleine und wir sahen die Eltern noch in der Ferne in die Wellen huepfen, was die beiden da vorhatten, war uns sofort klar, aber leider hatte eine andere Strandbesucherin was gegen ihr abendliches Vergnuegen und machte sie darauf aufmerksam, dass es vielleicht nicht die beste Idee ist, sein Kind alleine am Strand zurueck zu lassen. Schade aber auch J

Am Montag holten wir uns am Terminal die Tickets fuer den Naachtbus nach Vitoria, spaeter wurde noch der Strand und unser Restaurant aufgesucht, wo wir am dritten und letzten Abend dann noch einmal richtig zulangten. Ueber Nacht fuhren wir dann weiter die Kueste rauf, wo uns der Bus dann am naechsten Morgen in Vitoria rausschmiss.

Bei der Touristenzentrale gab man uns die Karte eines Hostels in Strandnaehe, das wir nach etwas suchen auch fanden. Beim einchecken kam und schonmal eine grosse Wolke Marihuana entgegen. Um 8 Uhr morgens war hier wirklich Jeder schon breit. Aber so richtig breit. Freie Zimmer gab es nicht, aber wir sollten mal trotzdem einchecken, es wuerde sich schon eine Moeglichkeit finden. Also haben wir das schnell erledigt und sind erstmal auf eine Runde “Frisbee fishing” an den Strand gegangen. Dort blieb der Erfolg bei der Damenwelt zwar aus, aber wir kickten noch eine kleine Runde mit 2 daenischen Brasilianern, die auf Familienurlaub waren. Da am gleichen Tag noch ihr Flieger nach Europa ging, schenkten sie uns ihren Ball. Also eben fuer lau einen WM-Ball bekommen… Zum Gleuck gab es am Strand auch ein paar ordentliche Tore, wo noch ein bisschen Elfmeterschiessen gemacht wurde. Der Ami hatte natuerlich keine Chance…

Als uns der Hunger packte, gingen wir etwas stadteinwaerts und fanden ein kleines Lokal das Mittagessen fuer kleines Geld anbot. Von hier aus gingen wir dann wieder zurueck zum Hostel, ein Zimmer hatten wir zwar immernoch nicht, aber die ersten Bierchen liefen. So ging es dann bis in den Abend hinein. Schlussendlich landeten wir auf einer nicht ausgebauten Etage im Zimmer der Mitarbeiter…

Fuer den Abend gab es Freisaufen. War ganz witzig, bis auf einen der Besitzer, der mir/uns soooo tierisch auf den Sack ging (und mir dann per Blutgraetsche kurz vor’m Tor noch den LP Frankreich versaute), dass wir uns fast noch gehauen haetten. Am naechsten Morgen hatten wir einen Schaedel bis nach Meppen, der Besitzer entschuldigt sich auch noch bei uns und Frau Frankreich hat ihre Wahl auch bereut, aber bleiben wollten wir in dieser Huette nicht. Also fuhren wir nach dem Strandaufenthalt und einem leckeren Acai (eine Art Fruchtsorbee, die man mit verschiedenen Toppings isst, richtig geil) per Bus wieder die Kueste runter nach Guarapari.

In dieser kleinen Kuestenstadadt war so gar nichts los und auch das Wetter spielte ausnahmsweise mal nicht mit, so dass wir eigentlich nur dort pennten und am naechsten Tag wieder zurueck nach Vitoria fuhren. Dort war zum Gleuck wieder Strandwetter. Es gab wieder Strandfussball und Acai und am Abend schauten wir uns nach einer kleinen Irrfahrt im Bus noch einmal die Altstadt an, ehe wir e suns fuer rund 2 Stunden am Terminal gemuetlich machten. Die Menschen dort staunten auch nicht schlecht, als 2 Typen in Jogginghosen ihr Schachbrett aufbauten und eine kleine Partie spielten. Ein Spiel ging an Russ, das zweite an mich und fuer ein Entscheidungsspiel blieb keine Zeit, denn der Kutscher wartete. Ueber nach ging es fuer uns nach Belo Horizonte…

Wir fuhren mit meiner Lieblingsgesellschaft (dank Wifi), die aber ein eigenes Terminal betrieben, so dass wir mit der Wegbeschreibung zum Hostel nichts anfangen konnten. Aber per Metro war es dann auch nicht mehr so schwierig, dass Hostel zu finden. Das Hostel, ganz im Stile von “A clockwork orange” eingerichtet, war richtig gut. Wir hatten zu zweit ein 4-er Zimmer fuer uns alleine.

Da DFB-Pokal angesagt war, trennte ich mich von Russ und suchte mit eine Bar, aber leider wurde nur italienischer Pokal gezeigt, so musste ich den 6:0 Sieg ueber den Ticker verfolgen. Spaeter traf ich noch Siomara, meine Bekanntschaft aus Asuncion, die mir noch einen netten Park zeigte, von wo man einen schoenen Blick ueber die Stadt bei Sonnenuntergang hatte J

Fuer spaeter war ich wieder mit Russ verabredet. Die Nacht endete nach einigen Bierchen und Cachacas in einem Schwulenclub, wo man uns schoen an die Waesche ging…

Am naechsten Tag trafen wir uns mit Siomara, die uns die Markthalle zeigt, wo ich einen Brasilianer im Bayer_Trikot traf. Spaeter besuchten wir noch ein paar Museen und weitere Plaetze der Stadt. Die Stadt gefaellt mir richtig gut. Nicht zu gross, aber trotzdem viel los und dann auch noch die hoechste Dichte an Bars Brasiliens.

Abends waren wir mit Siomara und einigen ihrer Freunde in einem Vorort verabredet. Russ hat dann noch seinen Laenderpunkt gemacht, ich bin alleine ins Hostel zurueck.

Am Freitag trennten sich unsere Wege wieder. Russ fuhr weiter nach Salvador, ich blieb noch bis Dienstag in Belo. Das Hostel sparte ich mir und pennte bei Siomara, deren Vater gleucklicherweise verreist war… Aber viel wichtiger war, dass ich ihr Wifi nutzen konnte, um den Bayer spielen zu sehen.

Nach Belo Horizonte musste ich mich in die brasilianische Hauptstadt Brasilia begeben, denn noch in Rio hatte ich die gute Idee mir eine Flug von dort nach Buenos Aires zu buchen.

Brasilia seht man das Alter schon an. Seitdem die kuenstlich geschaffene Hauptstadt 1960 eroeffnet wurde, wurde wohl nicht viel renoviert. Viele Gebaeude koennten sicher mal einen neuen Anstrich vetragen. Die Stadt sollte urspruenglich in Form eines Kreuzes errichtet werden, schlussendlich wurde es aufgrund der Topographie eher ein Vogel/Flugzeug. In der Mittelachse der Stadt befinden sich alle wichtigen Bauwerke, wie die Kathedrale, das Nationalmuseum, der Fernsehturm und das Wm-Stadion. Das alles wurde fusslaeufig besichtigt und fuer nett befunden, aber herausragend ist anders. Am Abend musste ich noch etwas am Flughafen rummgammeln und zur Belohnung fuer all meine Reisestrapazen wurde ich kostenfrei in die Business gesetzt. So sass ich dann also schoen in Joggingbuxe und Trikot vorne am Whiskey schluerfen, waehrend sich der Peobel mit Wasser und Cola begnuegen musste.

In Buenos Aires landeten wir gegen 7 am Morgen. Da ich die Stadt schon vom Besuch im vergangenen Jahr kannte, war dieses Mal eigentlich nur chillen angesagt. Ich blieb fuer 4 Tage bei 2 guten Freunden und Soehnen einer Kollegin, rastete beim Sehen des 2:0 Sieges am 1. Spieltag in Dortmund leicht aus und gab mir zum Abschluss der Reise noch ein Spiel in Argentiniens dritter Liga, der Primera B Metro, an. Ca Atlanta traf auf CA Estudiantes de Casero. Das Spiel wurde im Estadio Don Leon Kolbovski asugetragen. Wiedereinmal zeigte sich weshalb ich Buenos Aires so liebe, obwohl Atlanta am Tabellenende herumkrebste und auch heute kein Feuerwerk abbrannte, war die Kurve fast voll und unterstuetzte die Mannschaft fuer diese Verhaeltnisse lauthals. Nach dem Spiel, dass mit 1:0 verloren ging, kippte die Stimmung auf der Haupttribuene ein wenig und die Spieler wurden bepoebelt. Nach so einer Leistung aber auch verdient. Von den Gaesten waren nur eine handvoll Vernwandte und Offizielle anwesend.

Mit diesem Spiel wurde die Reise abgeschlossen. Schlussendlich wurden es 14 Spiele und wahrscheinlich 140 Bier in diesen 7 Wochen. Eine unvergessliche Reis emit Hoehen und auch einigen wenigen Tiefen. Jedem, der Bock auf Lateinamerika und die noetige Zeit hat, kann ich nur empfehlen, sich auf die Socken zu machen und eigene Erfahrungen zu machen. Vorallem Brasilien hat es mir schwer angetan und wird im Dezember wieder besucht, aber auch alle anderen Laender haben ihre Reize. Und wer mal nach Ecuador kommt, darf sich auf ein Bier bei mir freuen J

Sommerurlaub 2014 – Brasilien Teil 1

Am naechsten Morgen wurde erstmal das Fruehstuecksbuffet gecheckt, ein reiner Traum aus Wurst, Ruehrei und verschiedenen Fruechten. Das spielte definitiv einige Ligen ueber dem normalen Hostel-Frass. Richtig gut. Also wer viel Wert auf’s Fruehstueck legt, dem sei die Bude hiermit waermstens empfohlen…

Fuer den Tag stand erstmal die Geldbeschaffung an, nach mehreren Versuchen klappte es bei Bradesco dann it meiner DKB-Visa. Und mit Frisch gefuelltem Portmonnaie stand dann der Kulturpunkt Iguazu an.

Per Bus kommt man vom Zentrum relative leicht zum Eingang des Nationalparks. Hier wird man als Nicht-Suedamerikaner erstmal schoen ausgenommen (50 Reais). Auch mein ecuadorianisches Ausweiskaertchen hilf hier nicht viel. Vom Eingang des Nationalparks wird man per Bus zu den Wasserfaellen gefahren. Hier laufen neben unzaehligen Touris aus aller Welt auch ueberall Nasenbaere rum. Endlich hatte ich mal nicht den groessten Zinken J

An den Wasserfaellen fuehrt ein etwa einstuendiger Gehweg entlang. Von verschiedenen Aussichtspunkten hat man dann immer wieder einen fantastischen Blick auf die schier endlosen Wasserfaelle. Highlight ist eine in den Fluss gebaute Bruecke. Das Wasser spritzt von ueberall, dazu kommt der Laerm des herabstuerzenden Wassers und wenn die Sonne scheint ein schooner Regenbogen. Die argentinische Seite der Wasserfaelle, die wohl noch imposanter sein soll, habe ich leider nicht gesehen, aber auch aus Brasilien sind die Wasserfaelle traumhaft.

Nach dem kleinen Spaziergang ging es wieder zurueck ins Hostel, wo noch ein enig mit den MAedels gequatscht wurde. Hier in Iguazu trennten sich unsere Wege auch schon wieder. Frau Australien fuhr nach Curitiba, die anderen beiden Tommys blieben noch etwas in Iguazu und fuer mich ging es auf direktem Wege nach Sao Paulo.

Vom Busterminal fahren Busse zum Rodoviario, wie man die Fernbusterminals in Brasilien nennt. Dort konnte ich mir meine Karte zu rund 130 Reais fuer den Nachtbus besorgen. Einen guten ueberblick ueber Buspreise und –abfahrtszeiten bietet uebrigens die Seite buscaonibus.com.br

Wie ueblich in Brasilien folgte nach rund 2-stuendiger Fahrt eine Pause zum Essen fassen an einer Raststaette. Das wird dort bei Nachtbussen general so gehandhabt.

Ich habe mich nur mit ein paar Keksen eingedeckt und als ich wiederkam, war der Bus ploetzlich weg. Ich stand also ziemlich veloren im brasilianischen Nirgendwo herum und dachte, ich haette die Abfahrt verpasst. Quatschte dann mit einem deutschem Paar, die auf gleicher Route, aber mit einer anderen Gesellschaft unterwegs waren. Nach einer Weile tauchte meine Kutsche dann doch wieder auf. Es stellate sich heraus, dass es Jemand in den 2 Stunden Fahrtzeit geschafft hat, die Bordtoilette zuzuschei… und der Laden erstmal wieder gereinigt werden musste… Die restliche Zeit wurde schlafend und mit meinen Pokemon vertrieben, ehe wir am Morgen die 20-Millionen-Metropole erreichten. Zu meiner Freude sah ich bei Ankunft schon das Stadion von Portuguesa, dem Verein, der fuer den Abend auf der Liste stand…

Vom Terminal “Tiete” fuehrte mich der erste Weg zum Hostel. Fuer die naechsten Tage hatte ich mich in einer Bude nahe der U-Bahn Station Faria Lima eingebucht. Nachdem bezahlt und mein Bettchen bezogen war, meldete sich der Hunger. Gut, dass ein Brasilianer aus dem Hostel die gleiche Idee hatte. So hatte ich a) einen Gespraechspartner b) die erste Lektion Portugiesisch und vorallem c) Jemanden, der in der Lage war etwas ordentliches zu bestellen. Der Typ kam au seiner Stadt noerdlich von SP und war dort zu einem Bewerbungsgespraech, Bier gab es also nur fuer einen von uns beiden…. Auf dem Teller landete neben einem Jahresvorrat Reis und Bohnen noch ein wenig leckeres Huhn. Das Ganze fuer 15 Reais, sehr gut.

Am Nachmittag irrte ich ein bisschen durch’s Viertel, besorgte mir eine Sportzeitschrift und plante in einem der kleinen Cafes rund um den Platz bei 2 leckeren Brahmas die naechsten Spiele.

Am Abend machte ich mich dann auf den bekannten Weg nach “Tiete”, den das Stadion von Portuguesa lag ja dort um die Ecke. Also ohne Stress dorthin gegurkt, ich hatte eine Stunde als Puffer eingeplant. Die war dann auch noetig. Die Station und der Busbahnhof sind nicht unbedingt einfach zu verstehen und auch das “Ach, mit Spanisch kommt man in Brasilien gut zurecht” erwies sich bei meinen unzaehligen Nachfragen als starker Euphemismus. Schlussendlich fand ich doch noch den richtigen Ausgang und auch das Stadion. Schon von Aussen verliebte ich mich in die (so weit ich es beurteilen kann) schoensten Flutlichtmasten der Welt.

Mein Ticket goennte ich mir fuer 60 Reais auf der Haupttribuene. Waere auch billiger gegangen, aber was soll’s… Zu dem heutigen Kracher zwischen Portuguesa, dem ehemaligen Erstligisten, Mitglied des “Clube dos 13” und Ex-Verein von Spielern wie Alex Alves und Ze Roberto und dem Oeste Futbol Club aus Itapolis im Estadio do Caninde fanden sich rund 800 Zuschauer ein, vielleicht 20 davon zaehlte ich zu den Gaesten.

Das Spiel war eher mittleres Kreisklasse-Niveau und ging schliesslich torlos aus. Danke dafuer, aber was soll’s: Lanederpunkt 32 war gemacht!

Auch wenn das Spiel ziemlich Gruetze war und ich mich schon fragte, ob dies wirklich das Land der Dribbelkuenstler war, war die Halbzeit umso interessanter.

Sportlich sah es zum Zeitpunkt des Spiels bei Portuguesa schon ziemlich duester aus (zum jetzigen Zeitpunkt ist man Letzter der 2. Liga) und so sah sich die Torcida der Portugiesen dazu genoetigt, mal ein bisschen Rabatz zu machen. Erst wurde gegen den Praesidenten gesungen, dann brachen sie ein Tor zur Haupttribuene auf (auf der ich sass) und versuchten zu den Logen der feinen Herren vorzudringen. Sie hatten die Rechnung aber wohl ohne die brasilianische Polizei gemacht, die mal so richtig den Schlagstock schwang und die kleine Gruppe von vielleicht 25 Leuten wieder zurueck in den Sektor drang. Ein paar Jungs, die es vorher vorbei geschafft hatten und nun wieder friedlich in ihren Block gehen wollten, durften sich auch noch ueber einige blaue Flecken und Prellungen gefreut haben. Die Polizie ht hier mal kurz gezeigt, dass sie keinen Bock auf Spielchen hat.

In der 2. Halbzeit zog dfie Torcida hinter das andere Tor. Die Gesaenge waren mehr oder wenige rlaut zu vernehmen, aber man konnte hier beim ersten Spiel schon einen deutlichen Unterschied zu der Fankultur des restlichen Kontinents feststellen.

Nach dem Spiel fuhr ich zurueck ins Hostel, goennte mir noch ein Pilschen und schlief wie ein Stein…

Da fuer die naechsten Tage keine sportliuche Beschaeftigung mehr anstand, entschied ich mich spontan dazu, meine Reservierung zu aendern und fuhr fuer 2 Naechte nach Maresias, eine kleine Kuestenstadt mit einem tollen Strand. Hier hing ich 2 Tage rum, genoss einige Bierchen am Strand und liess einfach mal wieder den Lachs baumeln. Als Absteige wahelte ich nach den positive Erfahrungen wieder ein Che Lagarto Hostel. Es lag zwar etwas abseits, stach aber auch mit einem guten Fruehstueck und guten Preisen (unter 10Euro pro Nacht) heraus.

Maresias ist nicht unbedingt die Partyhochburg und abends wurden die Buergersteige schon ziemllich frueh hochgeklappt. Aber tagsueber laesst es sich hier am Strand wunderbar aushalten…

Puenktlich zum Wochenende war ich wieder zurueck in Sao Paulo, wo neben einem bisschen Sightseeing auch noch 2 weitere Spiele auf mich warteten.

Kurz etwas zur Stadt: Ueber Sao Paulo hoert und liest man in den internationalen Medien ja allerhand Schreckensgeschichten. Ich kann nichts Davon bestaetigen. Sao Paulo ist zwar eine riesige Metropole, aber mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln kann man sich moistens recht gut und guenstig fortbewegen. Auch von der angeblich so hohen Kriminalitaet habe ich persoenlich nichts gesehen. Natuerlich bewegt man sich hier vorsichtiger als in Deutschland und wenn man dann noch einige Viertel meidet, kommt man auch als blonder Deutscher sicher durch den Tag. Sao Paulo fehlen meiner Meinung zwar etwas die architektonischen Highlights, wie man sie in anderen Grossstaedten findet, macht fuer mich aber einen sauberen und aufgeraeumten Eindruck und auch die Menschen sind hier alles andere als unfreundlich. Im Gegenteil habe ich die Paulistas als sehr freundliche und aufgeschlossene Menschen erlebt. Fast Jeder war hilfsbereit, freundlich und gab sich Muehe meine Fragen zu beantworten, selbst wenn ich sie auf Spanisch stellte. Ich habe meine Zeit in SP sehr genossen und kann die Stadt nur empfehlen, aber jetzt wieder zum Fussball.

Am Samstag wollte ich auch endlich erstklassigen Fussball sehen. Sao Paulo Fc spielte zuhause im Estadio Morumbi. Urspruenglich sollte dieses Stadion mit seinen ueber 70.000 Plaetzen fuer die Weltmeisterschaft umgebaut und renoviert werden. Aber aus verschiedenen Gruenden entschied man sich dann doch lieber dafuer Corinthians eine neue Arena hinzustellen und das Morumbi so zu belassen. Wie ich finde eine gute Wahl, den das Stadion gefaellt mir sehr.

Zum Stadion kam ich per Bus, dies war nicht allzu schwer, den ueberall liefen schon Leute in Schwarz-weiss-roten Trikots herum, denen man nur folgen musste.

Das Ticket gab es am Stadion zu 60 Reais. Wenn ich es richtig verstanden habe, war dies auch die guenstigste Moeglichkeit, 20 Euro it shcon ein happiger Preis, aber er war es Wert.

Anders als so oft beim Fussball in Suedamerika hatte man bei der Ankunft am Stadion schon das Gefuehl “Ja, heute ist Fussball!”. In Suedamerika herrscht ja oft die Unsitte erst kurz vor knapp anzukommen, sich sein Ticket zu holen und schnell zu seinem Platz zu eilen. Heute war es gluecklicherwiese anders.

Schon eine Stunde vor Spielbeginn waren die Strassen und um das Stadion bevoelkert, die Torcida sang sich ein, andere umgingen das Alkoholverbot im Stadion indem sie sich vorher volllaufen liessen. Ich goennte mir natuerlich auch ein paar Kannen Skol und Brahma, ass noch eine Kleinigkeit und verschwand dann auch im Stadion, wo sich heute eine beachtliche Menge eingefunden hatte. 46.500 Zuschauer waren es schlussendlich, die das Spiel gegen die Truppe aus Criciuma sehen wollten.

Mein Platz lag unguenstig in der Heimkurve im Unterrang, die Torcida war leider im Oberrang, so dass man hier nicht viel von der Stimmung mitbekam. Hin und wieder liess sich der Unterrang aber auch mitreissen, was ganz angenehm war und auch nicht zu leise war. Allgemein war die Stimmung im Stadion super, das Spiel hingegen eher weniger.

Sao Paulo drueckte zwar und war optisch ueberlegen, konnte sich aber nur selten in wirklich gute Situationen bringen. Und wenn dies gelang, naja…

Criciuma hatte nicht wirklich Bock auf Offensive und wollte nur einen Punkt in den Sueden des Landes mitnehmen.

In der zweiten Halbzeit, als es so aussah, als wuerde man mich wieder mit einem torlosen Remis abspeisen wollen, die Fans schon  nervoes wurden und weiter lautstark anfeuerten, konnte der Kaka-Club (spielte heute leider nicht) doch noch in Fuehrung gehen. In der 75. Minute hatte Ganso (dt. Gans) einen Geistesblitz und Alan Kardec stand alleine vom Torwart, der keine Chance hatte. Doch nur 5 Minuten spaeter war die Feierstimmung im Morumbi schon wieder vorbei, denn anch einem Freistoss aus dem Mittelfeld, sah der torgefaehrlichste Torwart der Feld, R. Ceni (111 Buden) ganz alt aus, liess den Ball abprallen und der Stuermer der Gaeste netzte ein. So ging das Spiel 1-1 aus. Immerhin Tore!

Nach dem Spiel verabschiedete ich mich noch von 2 Jungs, mit denen ich in der Halbzeit in’s Gespraech kam, goente mi auf der Strasse noch ein Skol und verschwand zurueck zum Hostel. Anchliessend wurde mit zwei Jungs aus dem Hostel noch das Nachtleben angetestet und fuer empfehlenswert befunden. Da die Metro zwischen Mitternacht und 5 Uhr schliesst, war es auch eine etwas laengere Nacht…

Am naechsten Morgen hatte ich die Qual der Wahl. Palmeiras sollte heute spielen, aber eigentlich wollte ich die Jungs rund um Lucio am folgenden Mittwoch im Pokal machen, denn dann kam die Leverkusener Legend emit dem FC Avai zum Pokalspiel nach Sao Paulo. Nach kurzer Konsultierung meiner Facebook-Freunde stand fest, heute gab es keinen Erstligafussball. Als Alternative bot sich dann dankenswerterweise der Vorortclub Sao Caetana an, die heute zum Schlagerspiel der 3. Lia Duque de Caixas aus Rio de Janeiro empfingen (Letzter gegen Vorletzter).

Zum Stadion im Sueden der Stadt kam man per Metro und Vorortszug ganz einfach, der Fussweg stellte sich dann als doch nicht so einfach heraus. Nach ein paar falschen Abzweigungen stand ich im Nirgendo, aber google maps fuehrte mich schlussendlich doch noch zum Stadion. Heute gab es den Eintritt fuer erschwingliche 10 Reais.

Das Stadion war mit rund 500 Leuten am Ende nicht wirklich gut gefuellt, aber immerhin gab e seine kleine Gruppe Heimfans und sogar 30 Leute hatten sich auf den Weg gemacht, um ihre Mannschaft auch in Sao Paulo zu unterstuetzen. Haette ich erlich gesagt so nicht erwartet, aber war natuerlich sehr schoen.

Das Spiel war schelcht aber lustig anzusehen. Beide Mannschaften lieferten sich ein Fehlerfestival. In der Verteidigung spielten anscheinend nur Madounis und Sinkiewiczs und die Stuermer sind allesamt bei R. Ponte in die Lehre gegangen. Irgendwie konnten die Gaeste den Ball tatsaechlich noch die Maschen stolpern und fuhren mit ihrem ersten Sieg der Saison nach Hause. Nach dem Ende der regulaeren Saison von 18 Spielen war dies dann auch der einzige Sieg. Am Ende steigen wohl beide Mannschaften (verdient) ab.

Am Sonntagabend nach dem Spiel traf ich mich noch mit einem alten Schulfreund aus Soegeler-Tagen, der in Brasilien lebt. Gemeinsam wurden ein paar Bierchen genommen und leckere Sandwiches verdrueckt. Nebenbei noch einige lustige Anekdoten ausgetauscht. Ein schoener Abend und dank eines beherzten Sprints schaffte ich es auch npch zur letzten Bahn nach Hause.

Montag war entspannt, am Dienstag kam dann endlich mein amerikanischer Mitbewohner in Sao Paulo an. Dank Visumsproblemen, musste er Ecuador fuer 3 Monate verlassen und komplettierte das “Team Satorikan” bis zum Ende meiner Reise. Wir verbrachte den Tag bei einigen Bieren und einer Runde Sightseeing und Postkarten schreiben. Am Ende gab es noch etwas Schach im Hostel. Der Mittwoch wurde erstmal dem Strand gewidmet. Wir fuhren nach Santos. Die Hafenstadt hat einen netten,weitlaeufigen Strand. Hier wurde ein bisschen die Frisbee geschungen und spaeter mit einigen Brasilianern ein bisschen gekickt, die mir bewiesen, dass hier nicht jeder mit dem talent eines Neymar auf die Welt kommt. Nach der Rueckfahrt hatte ich dann ein Date mit Lucio und dem Phanto. Copa do Brasil zwischen Palmeiras und em Zweitligisten Avai aus Florianopolis stand auf dem Plan. Das Hinspiel hatte Palmeiras schon mit 2:0 gewonnen, stand also schon mit einem Bein im Achtelfinale. So goennten sie den wichtigsten Spielern heute eine Auszeit und gaben der Jugend eine Chance und auch Lucio durfte nach einer Verletzungspause wieder ran. Schoen den alten Mann noch einmal auf dem Rasen zu sehen. Er hat zwar keine Baeume ausgerissen, aber das war gegen harmlose Gaeste auch nicht noetig.

Bei Avai hatte ich ein besonderes Auge auf den 10er geworfen. Ein inzwischen 33-Jaehriger Juwel, der auch mal beim Bayer unter Vertrag stand: Marcos Vicente dos Santos oder kurz “Marquinhos”.

2000 unterschrieb er einen Vertrag bis 2006 in Leverkusen, kam dort aber nie zum Einsatz. Laut Wikipedia machte er immerhin 14 Spiele in der 2. Manschaft. Daraufhin wurde er kreuz und quer durch Brasilien verliehen und entwickelte sich zum running-gag jeder Transferphase. Bis heute haelt sich das Geruecht, dass er noch einmal zurueckkommen wird. Warten wir’s ab😉

Empfohlen hat Marquinhos sich heute aber nicht wirklich. Eigentlich hat das heute aber auch niemand geschafft. Palmeiras verrichtete Dienst nach Vorschrift und Avai fehlten die Mittel um heute was zu reissen. Am Ende gewann Palmeiras, der Club der Italiener, mit 1:0 und zog in das Achtelfinale ein. Auch auf den Raengen wurde heute die ruhigere Platte aufgelegt. Palmeiras Kurve war zwar ordentlich gefuellt, aber viel kam von dort nicht. Der kleine Gaestehaufen von 20 Leuten in der Ecke der Gegentribuene konnte auch nicht grossartig auf sich aufmerksam machen. Nur eine Frau gehobenen Alters, die wirklich jede Situation kommentierte und rumbruellte als ginge es um ihr Leben, ging mir irgendwann so auf den Zeiger, dass ich mich umsetzen musste. Aber um noch etwas positives zu Palmeiras zu sagen: Das Estadio da Pacaembu ist gehobene weltklasse, wird aber leider in Kuerze durch einen Neubau (“Allianz Parque” kotz) ersetzt.

Nach dem Spiel versuchten Russ und ich noch online unser Busticket nach Paraty zu buchen. Ging nicht, das Vorhaben wurde dann auf den naechsten Morgen verschoben und wir gingen pennen.

Nach einer Woche nahm ich dann endgueltig Abschied von Sao Paulo. Wir brachen am Morgen zum Terminal auf, wo wir leider keine Tickets mehr fuer den eigentlich angedachten Bus bekamen. So durften wir noch eine Weile am Terminal rumhaengen und Schach spielen, ehe wir nach Paraty fuhren.

Sommerurlaub 2014 – Paraguay

Am Terminal von Asuncion machte ich mich ersteinmal zum Millionaer (1Euro war irgendwas um 6.000 Guarani), lies mich zum Hostel fahren, zahlte die Zeche und schlief erstmal.

Am naechsten Morgen stand ein ausgedehnter Spaziergang durch die mit nur rund 500.000 Einwohnern ziemlich kleine Hauptstadt des Landes. Auf einem Markt wurde ich dank meines Colegio Aleman-Pullovers als Deutscher erkannt und erstmal von 2 Zeugen Jehovas auf deutsch belabert. Hab mir ihren Wachturm noch in die Hand druecken lassen und bin dann weiter. Asuncion ist eine recht ruhige und aufgeraemte Stadt und macht auf den ersten und auch zweiten Blick einen symphatischen Eindruck. Teilweise liegen arm und reich hier auch erschreckend weit auseinander, liegen aber geographisch direkt nebeneinander. So konnte ich auch ein paar der richtig einfachen Holzbaracken am Flussufer sehen. Leben will ich da nicht. Spaeter liess ich mir dann zur Freude der Frauenwelt auch noch den inzwischen nicht mehr feierlichen 2-Monats-Bart abnehmen. Beste Investition meines Lebens.

In Asuncion blieb ich fuer 4 Naechte und 2 Spiele. Die Tage wurden alle mehr oder weniger entspannt verbracht, da ich mich immernoch von der 28 Stunden Reise erholen musste und abends auch gerne auf 1-2 Bier in den British Pub oder ins “rockero” ging. An einem Abend im Pub lernte ich dann auch noch eine Brasilianerin kennen, die fuer eine Weile in Asuncion arbeitete, aber in Kuerze wieder zurueck nach Belo Horizonte fliegen sollte. Dieser Kontakt sollte meine Reiseplaene spaeter noch etwas beeinflussen😉

Am Freitagabend meines Asuncion-Wochenendes sollte die heimische Liga eroeffnet werden. Perfektes Timing. Es spielte zum Auftakt Nacional gegen Deportivo Capiata. Da Nacional nach Olimpia und Cerro Porteno maximal die Nummer 3 der Stadt ist, war hier wie erwartet nicht sonderlich viel los (260 Zuschauer) und auch das Stadion ist mehr Dorfplatz als Heimspielstaette eines Copa-Finalisten. Zur Zeit meines Besuchs stand auch schon fast das Halbfinale in der Copa an, wo Asuncion sich schliesslich durchsetzen konnte (im Finale verlor man gegen San Lorenzo). Um die Spieler fuer die wichtigen Spiele gegen Defensor Sporting zu schonen, trat Nacional heute mit ihrer mehr oder weniger B-Besetzung an. Wir, d.h. ich und 2 Jungs aus dem Hostel, goennten uns Tickets fuer die Mitte der Haupttribuene zu 40.000 Guarani.

Das Spiel war von Heimseite aus alles andere als gut und die Gaeste aus dem Vorort bestimmten das Spiel und gewannen am Ende hochverdient mit 3:0, was die wenigen Gaeste-Fans auf der Gegenseite sichtlich erfreute. Nach dem Spiel kame s auf der Haupttribuene noch zu einer kleinen Auseinandersetzung zwischen Fans beider Vereine. Aber statt bierbaeuchiger Hooligans hauten sich hier Frauen beider Vereine. Ich habe selten etwas amuesanteres gesehen. Ausserdem bleibt noch festzuhalten, dass das Talent im Hause Santa Cruz ziemlich einseitig verteilt wurde. “Ich Roque”s kleiner Bruder spielt auf ziemlich bescheidenem Niveau…

Wie ueberall auf der Welt war auch das letzte Bier am Freitagabend schlecht und ich verbrachte den Samstag erstmal in horizontaler Lage, ehe ich mich irgendwann aufraffte um zum 2. Spiel zu duesen. Heute spielte der Verein mit dem wohlklingenden Namen “Sol de America” (Sonne Amerikas) gegen Libertad (Freiheit). Das Stadion, das ziemlich weit ausserhalb liegt, wollte ich eigentlich per Bus erreichen, aber das klappte nicht wirklich und ich liess mich per Taxi fuer teueres Geld hinkutschieren. Der Fahrer hat sich an jeder Ampel erstmal seinen Mate reingepfiffen und war auch sonst von der eher entspannten Sorte. Allgemein ist Mate Paraguays Nationaldroge. Es vergehen keine 2 Minuten ohne dass man mindestens eine Person mit Thermoskanne und Becher (moistens in Vereinsfarben) auf der Strasse sieht.

Das Stadion von Sol de America hat schon einige Tage auf dem Buckel, ich fand des einfach geil. Auch hier kostete derEintritt wieder 40.000 Taler und ich liess mich auf der kleinen Haupttribuene nieder.

Sol hatte eine kleine Barra hinter einem Tor, die etwas beflaggte und sang, Libertad brachte auch einige Leute mit, so dass unter den rund 500 Zuschauern annaehernd ausgeglichene Verhaeltnisse herrschten.

Auf dem Rasen ging es heute richtig rund. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und gingen jeden Zweikampg an als waere es der letzte. Kurz vor dem Pausepfiff konnten die Gaeste durch ein Eigentor in Fuehrung gehen, aber die Sonnenmenschen konnten das Resultat direkt nach Pause innerhalb von 6 Minuten zu einer 2:1 Fuehrung drehen. Als in der 75. Minute auch noch einer der Freiheitskaempfer nach einem Roundhousekick den Platz verlassen musste, schien das Spiel entschieden. Aber jetzt drehten die Gaeste erst richtig auf. Nach 2 Minuten in Unterzahl erzielten sie den Ausgleich und in der 92. MInuten sogar noch den umjubelten Siegtreffer. Nach solchen Spielen weiss man wieder, warum man sich das alles antut. Einfach grossartig.

Nach dem Spiel fuhr ich im Bus zurueck zum Hostel, goennte mir noch eine Runde Hopfen und liess den Tag entspannt ausklingen.

Am Sonntag stand ich halbwegs frueh auf, denn heute sollte es nach Ciudad del Este (Stadt des Ostens) gehen, wo ich die heimische Mannschaft von 3 de Febrero heute gegen Olimpia spielen sollte. Mit 3 Maedels aus Australien und England machte ich mich auf den Weg. Die Busreise wurde mit dem gegenseitigen Zeigen der heimischen Straende verbracht (leider muss ich zugeben, dass Sidney da etwas mehr kann als Norderney).

Das Stadion von 3 de Febrero liegt direkt am Terminal, war also leicht zu erreichen. Aber das war gar nicht mehr noetig, den wie sich heruasstellte kam ich puenktlich zum Abpfiff. Ich Idiot hatte die Anstosszeit mit einem anderen Spiel verwechselt und verpasste so den 3:1 Auswaertssieg fuer die Hauptstaedter. Den Frust verdaut und die Plaene geaendert. Statt eine Nacht in der wenig schoenen Stadt zu bleiben, machte ich mit der Australierin direkt rueber nach Brasilien. Per Bus ging es zur Grenze. Die Stempelei lief hier recht entspannt. Von der Kontrolle aus nahmen wir uns ein Taxi nach Foz do Iguazu, der Grenzstadt auf brasilianischer Seite. Endlich war ich in Brasilien angekommen! Im Che Lagarto Hostel gab es fuer uns noch 2 Betten in einem leeren 4-er Zimmer zu je 50 Reais, die ich zum Glueck per Kreditkarte zahlen konnte, da sich die Automaten weigerten meine Karte anzunehmen. Wir kamen recht spaet an und so blieb es bei 2 Bierchen und wir gingen pennen (in getrennten Betten)…

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